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Blickführung

Grundsatz:

Wir Menschen sind für diese Geschwindigkeiten nicht gemacht. Alles oberhalb 25 Km/h ist für uns nicht mehr richtig. Natürgemäß schauen wir wenige Meter vor uns und scannen den Boden nach Stolperfallen ab während wir gehen/rennen. Bei der Geschwindigkeit reicht das völlig aus. Mit dem Motorrad sind wir aber im Schnitt 3 - 4 mal so schnell unterwegs.

 

So geht´s:

Bei der Blickführung ist darauf zu achten, dass man nicht wenige Meter vor dem Motorrad die Straße geradezu abscannt, sondern weit in die Kurve hineinschaut.Der Fahrer schaut so weit in die Kurve wie möglich. Dabei kann es durchaus sein, dass die Blickrichtung nicht der Fahrtrichtung entspricht. Desshalb sollte der Motorradfahrer lernen Blick- und Fahrtrichtung zu entkoppeln.

Das kann man ganz einfach erlernen, wenn man bspw. Sonntags im Gewerbegebiet auf einer breiten, ruhigen Straße langsam fährt - gerade so, dass das Motorrad eigenstabil ist, also ~20 Km/h -  und seitlich immer wieder Punkte anschaut an denen man vorbei fährt und dabei versucht absolut gerade weiterzufahren. Wenn das gut klappt, dann sucht man sich einen großen, leeren Parkplatz und stellt in der Mitte irgendetwas auf wo man drum herum fährt. Dabei das Objekt anschauen und im großen Bogen um das Objekt herum fahren. 

 

Der Kurvenausgang ist der Kurveneingang der nächsten Kurve!

Folgen mehrere Kurven aufeinander, dann schaut man bei der ersten Kurve  - lange, bevor man sie  anfährt - auf das Kurvenende (sofern möglich) und bei Kurvenanfang der ersten Kurve schaut man auf den Anfang der zweiten Kurve. Die erste Kurve wird so beendet, dass ein guter/optimaler Eingang in die zweite Kurve gewährleistet ist.

 

Wie in folgendem Bild gezeigt schaust du so weit wie möglich vorraus, um viel Zeit zu haben Hindernisse/Gefahren zu erkennen und dich darauf vorzubreiten.

Blick.jpg

Betrachten wir uns die untere Hälfte des Bildes. Wie du siehst ist ein direkter Überblick der ganzen Kurve nicht möglich. Die Bäume versperren die Sicht. Allerdings haben wir die Möglichkeit von Punkt 1 zu Punkt 2 zu sehen, was circa die halbe Kurve ausmacht. Da wir nicht wissen was dahinter ist, passen wir unseren Geschwindigkeit so an, dass wir im Notfall bis Punkt 2 zum Stillstand gekommen sind.

Von Punkt 2 haben wir die Übersicht bis Punkt 3 - die zweite Hälfte der Kurve. Können wir von Punkt 2 den Straßenverlauf komplett sehen, so spricht nichts dagegen zwischen 2 und 3 zu beschleunigen sofern alles frei ist.

 

Schauen wir nun auf die obere Hälfte des Bildes. Wie du erkennen kannst sind es zwei aufeinanderfolgende Kurven und die Sicht ist komplett frei, sodass du von Punkt 3 bis Punkt 5 alles überblicken kannst. Setzen wir vorraus, dass natürlich keine Steigung von 3 bis 5 stattfindet, die dir die Sicht nimmt.Sowas findest du gerne bei Spitzkehren in der Eifel/Sauerland/Alpen etc.

Da du nun die ganze Kurve und auch die darauffolgende Kurve komplett überblicken kannst, kannst du dich auf die Situation viel besser einstellen. Du schaust erst von Punkt 3 zu 5 hinüber, um die ein Bild von dem Kurvenverlauf zu machen. Selbstverständlich schaust du auch auf Punkt 4, um Hindernisse erkennen zu können. Bei Punkt 4 angekommen fällt dein Blick auf Punkt 5. Das bedeutet also im Klartext: Noch in der ersten Kurve schaust du dir den Eingang der zweiten Kuve schon an.

Der Kurvenausgang der ersten Kurve ist der Kurveneingang der zweiten Kurve. Kommst du recht bescheiden aus der ersten Kurve heraus, so ist der Eingang in die zweite Kurve schon versaut.

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