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Zu Zweit

Natürlich ist Motorradfahren auch zu zweit möglich und eine wundervolle Sache, die man zusammen machen kann. Der schöne gemeinsame Ausflug an der Mosel entlang mit seiner Freundin/Frau/Kumpel oder sonstwer  hinten drauf. Gemeinsam einen Kaffee trinken und den schönen Tag genießen.

Die Sache ist aber die, dass man für den Mitfahrer mitverantwortlich ist und das Verhalten des Bikes leicht anders ist als man es als Alleinfahrer gewohnt ist.

 

Verschiebung der Radlast:

Mit dem Moment, wo der Sozius (oder Sozia) hinten aufsteigt, bildet der Fahrer und der Sozius zusammen ein zusammengehörendes Gewicht. Die Last verschiebt sich automatisch etwas nach hinten von der Mitte des Bikes weg. Das sorgt für eine höhere Belastung des Hinterrades im Vergleich zum Vorderrad und bringt ein verändertes Fahrverhalten des Bikes an den Tag, was ich vor allem beim Bremsen und bei Kurvenfahrten bemerkbar macht.

 

Wechselnde Seiten des Beifahrers:

Bei der Geradeausfahrt schaut für gewöhnlich der Sozius am Fahrer  über die Schulter vorbei nach vorne. Natürlich möchte er/sie als Aufmerksamer Beifahrer auch etwas von der Fahrt mitbekommen, um entsprechend auf Beschleunigung, Bremsvorgänge oder Kurven zu reagieren. Gerade bei Kurven ist es nicht selten, dass der Sozius öfter die Seite wechselt, um rechts oder links vorbeizuschauen. Das bedeutet für den Fahrer aber, dass sich das Fahrzeug entsprechend verhält und sich etwas weiter in die Kurve legt, wenn der Sozius dummerweise erst in der Kurve die Seite wechselt, um in die Kurve zu schauen. Mit dem Wechsel der Seite findet automatisch eine verschiebung des Schwerpunktes statt. Geschieht das überraschend, so kann eine schnelle Kurvenfahrt sogar im Graben enden. Hier ist wichtig, dass der Sozius VOR der Kurve schon die Seite wählt in die auch die Kurve geht.

 

Gegen die Kurve lehnen:

Ein großer Fehler ist sich gegen die Kurve zu legen. Gerade Anfänger machen das gern, weil sie etwas Angst vor der Schräglage haben. Unbedingt IMMER mit dem Fahrer in die Kurve legen und zwar genau so weit wie der Fahrer es macht. Legt der Sozius sich gegen die Kurve, dann kann es schnell dazu kommen, dass der Fahrer das Motorrad nicht in die nötige Schräglage bringen kann und die Kurve nicht mehr schafft. Andersrum, wenn der Sozius sich zu weit in die Kurve legt, kann mehr Schräglage erzeugt werden als gut für den Moment ist. Was kann man tun? Der Sozius sollte möglichst mit beiden Händen den Fahrer "umarmen". Das stellt sicher, dass Fahrer und Beifahrer eine Einheit bilden.

 

Wo holt der Sozius seinen Halt?

Am günstigsten ist, wenn der Beifahrer sich am Fahrer festhält und sich mit beiden Armen um den Bauch des Fahrers hält. Zudem holt der Beifahrer sich etwas Halt, wenn er die Beine etwas zusammenpresst und das Motorrad umklammert. Wichtig ist, dass der Sozius nicht verkrampft. Lieber mal Pause machen, wenn es nötig ist. Als Fahrer ruhig mal ab und zu den Sozius nach seinem Wohlbefinden fragen.

 

An den Fahrer:

Spricht mit deinem Beifahrer, ob er schon Erfahrung hat. Erkläre ihm wo er sich festhalten muss und welche Stellen am Motorrad heiß sein werden. Wenn du nicht oft mit Sozius fährst, dann fahre gerade die ersten Kilometer sehr vorsichtig und lass dir Zeit. Ist dein Beifahrer vorher noch nie als Sozius mitgefahren, so sei auch da vorsichtig. Was nützt es dir, wenn deine Freundin nach der ersten Fahrt dir klar sagt, dass es auch die letzte gemeinsame Fahrt war? Empathie ist wichtig. Versetze dich in die Lage deines Beifahrers und gehe auf die Ängste ein. Nicht zu vergessen, dass genug Pausen gemacht werden müssen. Ein unkonzentrierter Beifahrer verhält sich nicht so wie es sein müsste.

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